KURIOSE SPORTARTEN

Alles ist relativ. Ein Volk, das noch nie etwas von Fußball gehört hat, würde es sicherlich als ziemlich kurios ansehen, wenn elf Männer 90 Minuten lang  versuchen, eine Lederkugel möglichst oft in ein Gehäuse mit einem Netz zu treten. Aber dieses Volk gibt es nicht. Und die Fußballbegeisterung   kennt  im wahrsten Wortsinn keine Grenzen. Das letzte WM-Finale sahen weltweit 700 Millionen
TV-Zuschauer. Von der Attraktivität des Fußballs können die Athleten der folgenden Sportarten nur träumen.
Hier sind zehn der kuriosesten Sportarten aus aller Welt:

10. UNTERWASSERHOCKEY

Erst gab es Feldhockey,  dann kam das Eishockley und jetzt gibt es endlich auch Unterwasserhockey, das ursprünglich auch Octopush genannt wurde.
Eine Mannschaft besteht aus zehn Spielern, wobei  sechs Akteure gleichzeitig zum Einsatz kommen.
Ein Spiel dauert zwei Mal 15 Minuten, es gibt ein ausgefeiltes Regelwerk und auch verschiedene Mannschaftsformationen. Grundsätzlich geht es darum, einen Puck mit einem Stick ins Tor zu bugsieren. Was die Zuschauerallerdings nur dann wirklich mitbekommen, wenn das Geschehen mit Unterwasserkamera auf eine Leinwand übertragen wird.

 

 

 

9. EINRAD-POLO

Einradpolo ist wie Pferdepolo, nur dass die Pferde durch Einräder ersetzt werden. Die Ausrüstung der Aktiven besteht Schutzhelm, Schläger und – natürlich – einem Einrad. Bislang ist Einradpolo mehr ein Freizeitspaß als eine ernsthafte Sportart, allein schon deshalb, weil nicht allzu viele Leute  das Einradfahren beherrschen. Dennoch finden immer wieder – hauptsächlich in den USA – Matches statt. Und 2009 trafen sich die Fans in Portland sogar zu einer eigenen Weltmeisterschaft.

 

 

 

8. BAUMSTAMMWERFEN

Das Baumstammwerfen ist als Sportart deutlich älter als Fußball. Aber irgendwie nicht ganz so populär. Außer bei den Highlandgames in Schottland. Dort zählt es jedes Jahr zu den Programmhöhepunkten. Für die Disziplin braucht man Kraft und ausgereifte Technik. Es gilt, einen sechs Meter langen Stamm (Gewicht: 60 Kilo), den man vor dem Abwurf aufrecht in beiden Händen hält,  in gerader Linie nach vorne zu stoßen. Obwohl eine urbritische Sportart, finden in St. Ursen schon seit 2002 auch Schweizer Meisterschaften statt. Und zwar vor gut 15.000 Zuschauern.

 

 

 

7. SCHACH-BOXEN

Eine der jüngsten der kuriosen Sportarten. Schach-Boxen wurde 2008 von dem niederländischen Performancekünstler lepe Rubingh ersonnen, der sich dabei von einem französischen Comicbuch inspirieren ließ.  Die Idee:  Ein Kampf über zwölf Runden, wobei abwechselnd jeweils eine Runde geboxt und eine Runde Schach gespielt wird. Sieger wird man entweder durch Knockout, Schachmatt oder  Ringrichterurteil. Bislang fanden noch nicht sehr viele Fights statt, was sicherlich auch daran liegt, dass nur wenige gute Boxer auch gute Schachspieler sind.  Und umgekehrt. Aber immerhin gibt es für diese Sportart schon einen weltverband: Die WCBO, die World Chess Boxing Organisation.

 

 

6. BLIND SOCCER

Blind Soccer (auf Deutsch Blindfußball) ist mehr eine Fun- als eine Kampfsportart, wobei der Spaß für die Zuschauer vermutlich noch größer ist als für die Aktiven. Das Spiel ähnelt dem Hallenfußball, nur dass hier die Spieler (außer dem Torwart) alle Augenmasken tragen und nichts sehen können.  Spielanweisungen erfolgen durch lautes Zurufen vom Spielfeldrand aus.   Zudem enthält der Ball etliche Kieselsteine, damit die Kicker hören (oder zumindest erahnen) können, wo er sich gerade befindet.

 


 

5. KÄSEROLLRENNEN

Das Käserollen-Rennen ist ein Wettkampf, der  schon seit 200 Jahren  - traditionell immer am Bankfeiertag – im englischen Gloucester  ausgetragen gilt. Die Regeln sind simpel: Die Teilnehmer rennen einen Hügel hinter einem rollenden Käse her und wer als erster das Ziel erreicht, hat gewonnen.  Da der Hügel aber recht steil und holprig ist, kommt es sehr oft zu Stürzen und auch zu ernsteren Verletzungen.
In den Jahren 2010 und 2011 sollte der Wettkampf deshalb wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt werden.  Die Käserollrennen-Anhänger (inzwischen kommen sie aus aller Welt angereist) ließen sich aber nicht abbringen und jagten dem Käse trotzdem hinterher.

 


4. VULKANSURFEN

Gute Nachricht für alle Surf-Freunde:  Wenn Sie zufällig in der Nähe eines Vulkans leben, müssen Sie nicht mehr zwingend nach einem Gewässer Ausschau halten. Rutschen Sie mit Ihrem Board einfach einen Abhang aus Lava-Asche hinunter. Etwa 10.000 Surfer  betreiben zurzeit diese Sportart. Bislang einziger Wettkampfort ist der noch aktive Vulkan Cerro Negro in Nicaragua, wo die Wagemutigen mit bis zu 80 km/h die “Piste” hinab brausen.

 

 

 

 

3. CLIFF DIVING

Der Sport, wo Männer noch Männer sind?  Nein.  Auch Frauen üben diesen sehr gefährliche Variante des Turmspringens aus. Um 1770 zum ersten Mal auf Hawaii als Mutprobe für des Königs Krieger veranstaltet,  wird das Felsenspringen heute überall dort ausgeübt, wo die Bedingungen akzeptabel sind: Man braucht hohe Felsen und ein ruhiges, tiefes Wasser. Als maximale Höhe werden 28 Meter akzeptiert (bei Frauen 23 Meter), der freie Fall sollte nicht länger drei Sekunden dauern und die Eintauchgeschwindigkeit  100 km/h nicht überschreiten. Die besten Cliff Diver  beweisen ihren Wagemut  auch im Rahmen von professionellen Shows einem zahlenden Publikum.

 


2.   BUZKASHI

Aber jetzt! Der Sport, wo Männer noch Männer sind! Buzkashi ist ein traditionsreiches Reiterspiel, das sich in Zentralasien großer Beliebtheit erfreut. Zu Spielbeginn (die Teilnehmerzahl ist nicht begrenzt, es wird von Spielen mit bis zu 1.000 Wettkämpfern berichtet) liegt eine tote Ziege in der Mitte des Spielfelds. Jeder Reiter hat die Aufgabe, sich die Ziege zu schnappen und sie als Erster über die Ziellinie zu bringen. Es gibt keine Mannschaften, jeder kämpft gegen jeden. Es gibt nur eine Handvoll Regeln, meist geht es ziemlich auf dem 400 mal 400 Meter großen Spielfeld ziemlich ruppig zu. Dafür genießt der Gewinner des Wettstreits fortan sehr hohes soziales Prestige.

 


1. FRAUENSCHLEPPEN-HINDERNISLAUF

Hier geht es nicht um die Probleme beim Abschleppen von Frauen aus Discos, hier geht es um das wirkliche Schleppen von Frauen. Und zwar über einen ziemlich anstrengenden Parcours von Hindernissen. Es ist unklar, wann diese Sportart erfunden wurde, sicher ist nur, dass man sie zum ersten Mal in Finnland ausübte, wo sie sich heute unter dem Namen Akankanto großer Popularität  erfreut.  Bei dem Rennen gibt es verschiedene Techniken, mit denen die Männer ihre Partnerinnen  tragen können:  den Huckepack-Stil, den Feuerwehrmann-Stil (über der Schulter) und den Estnischen Stil (bei dem die Frau ihre Beine um den Hals des Mannes geschlungen hält).  Die Frau muss mindestens 49 Kilo wiegen,  der Mann muss sie über eine Strecke von genau 253,5 Metern tragen. Echte Könner brauchen dafür weniger als eine Minute.  In den USA finden seit 1997 die alljährlichen Wife Carrying Championships statt, bei denen das Weltmeisterpaar  ermittelt wird. Alle Titelträger kamen bisher ausnahmslos aus Estland oder Finnland.