TOP CHINA-AUTOS

Mit 1,3 Milliarden Menschen ist China zwar das bevölkerungsreichste Land der Welt, doch bislang tat sich das Milliardenvolk schwer, Autos zu entwickeln, die mehr waren als eine bloße Kopie westlicher Fahrzeuge. Bislang! Denn inzwischen stellt die chinesische Autoindustrie immer öfter eigene, unverwechselbarere Modell-Typen her, die auch Käufer in den USA und Europa finden könnten.

Hier sind die zehn interessantesten Autos aus China:

 

10. CHERY QQ3

Der von den Chery Autowerken in Wuhu gebaute Chery QQ3 ist sicher nicht das originellste Modell, das den chinesischen Konstrukteuren eingefallen ist – dafür erinnert es zu sehr an den Daewoo Matiz (wobei es  auch nicht das erste Mal ist, das sich Chery von der Konkurrenz “inspirieren” ließ).  Aber mit seinem 0,8- bzw. 1,1 Liter-Motor  ist der QQ3 ein durchaus brauchbares City Car, was ihn in China zu einem Verkaufsschlager werden ließ. Die vielen, auch technischen, Ähnlichkeiten mit dem Matiz beschäftigen seit einiger Zeit die Firmenanwälte beider Konzerne.

 

 

9. GREAT WALL HOVER TT

Die Great Wall Motor Company ist einer der größten Autobauer in China. Die Firma nahm 1976 ihre Produktion auf und stellt pro Jahr etwa 500.000 Fahrzeuge her. Der sicher ungewöhnlichste Wagen der Modellpalette ist die Stretch-Limo Great Wall Hover TT, mit der man nicht ganz einfach einen Parkplatz finden dürfte: Die Limousine ist 10,20 Meter lang. Dafür bietet sie aber auch Platz für zehn Passagiere, die sich während der Fahrt  an Minibar und Sofa-ähnlichen Polstersitzen erfreuen dürfen.

  

8. SAIC MG 6

Als der größte chinesische Autobauer, die die Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) die britische Traditionsmarke MG übernahm, war es nur eine Frage der Zeit, bis die in Europa etwas in Vergessenheit geratenen MG-Modelle wieder ihre Neuauflage erleben würden. Neben zwei Rover-Typen baut SAIC auch jetzt den MG6, einen fünftürigen Sportwagen mit derzeit eher bescheidenen 133 PS. Würden Design und Motorleistung in Zukunft modifiziert, sollte der Wagen rasch auch Freunde in aller Welt finden.

 

7. SAIC ROEWE 550

Der Name Roewe erinnert sicher nicht zufällig an Rover. Dieses Modell ist quasi ein Lizenznachbau des einstigen Rover 75, an dem die Chinesen seit 2006 die Modell-, aber nicht die Namensrechte Rechte besitzen (die gehören mittlerweile dem Ford-Kontern). Das SAIC-Management plant, die Roewe-Reihe rasch auszubauen und auf mindestens 30 verschiedene Modelltypen zu erweitern.

 

6. GREAT WALL CHC 011

Als Angebot in der gehobenen Mitteklasse versteht Great Wall sein CHC 011-Modell, das mit einem 3.0-Liter-Motor. einem sechsfachen Automatikgetriebe und einem Abstandsregeltempomat ausgerüstet ist. Der Sicherheit dienen insgesamt acht Air Bags und eine elektronischen Regelung der Fahrdynamik.  Bei der letzten Beijing Autoshow erweckte der CHC 011 das meiste Interesse unter den zahlreichen neuen Modellen von Produzent Great Wall.

 

5. GEELY EMGRAND GT

Die Firma Geely begann erst im Jahr 1998 mit der Produktion von Fahrzeugen und ist damit einer der jüngsten Automobilhersteller der Welt. Nachdem man ursprünglich als Zulieferer für Kühlschränke begann, verlassen heute pro Jahr rund 350.000 Wagen die Werkshallen. Prunkstück der Produktion ist der Emgrand GT, mit dem Chinas Autobauer zum ersten Mal demonstrierten, dass sie durchaus auch mit völlig eigenständigen Modellen die Märkte erobern wollen. Das Coupé ist ein Plugin-Hybrid (die Batterie kann über ein externes Stromnetz aufgeladen werden) und darf deshalb bei aller Sportlichkeit auch als umweltfreundlich eingestuft werden.

 

4. BRILLIANCE JUNJIE WAGON

Ohne Frage besitzen Chinas Konstrukteure und Designer noch nicht die Erfahrung und Kompetenz ihrer europäischen Kollegen. Deshalb versuchte man beim Junjie Wagon erst gar nicht, mangelnde Kenntnis mit Ideenklau auszugleichen, sondern beauftragte gleich Designer mit der Entwicklung: Das italienische Nobelunternehmen Pininfarina. Die Chinesen sind mit dem Resultat wohl sehr zufrieden gewesen, inzwischen erhält Pininfarina gut ein Drittel seiner Aufträge aus der Volksrepublik. Die Ähnlichkeiten des Junjie Wagon mit dem BMW-Look sind vermutlich Absicht – die Firma Brilliance besitzt Kooperationsverträge mit den Münchenern.

 

3. BYD F3

Der amerikanische Milliardär Warren Buffett glaubt  an die Zukunft von BYD und sicherte sich für 232 Millionen Dollar einen zehnprozentigen Anteil an der Firma. Wohl nicht, weil etliche Modelle von Byd sehr stark  Autos der Konkurrenz nachempfunden sind, sondern wohl mehr, weil der Autobauer aus Shenzen sich mehr und mehr auf die Produktion von Elektroautos verlegen will. Der BYD F3 besitzt noch einen konventionellen Motor und erinnert an  einen Best Of-Mix aus BMW und Mercedes. Mit den Spitzenmodellen dieser beiden Marken kann der F8 zwar nicht mithalten, doch mit seiner guten Ausstattung (ABS, elektronisch einfahrbares Hardtop) vermag er durchaus Pluspunkte zu verbuchen.

 

2. GEELY GE

Nein, das ist kein Rolls Royce Phantom. Das ist der Geely GE. Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Meinten auch die Chefs von Rolls Royce und kochten vor Wut über eine derart ungenierte Kopie ihrer Luxuskarosse. Riesige Schadensersatzansprüche standen im Raum, bis Geely schließlich einlenkte und das Aussehen des Autos  abänderte. Nun unterscheiden sich zumindest die Kühlergrills voneinander. Und der Preis: Die chinesische Variante des Phantom kostet nur etwa 30.000 Euro.

 

 

1. GEELY GT TIGER

Handelte sich  Geely mit seiner Rolls Royce-Adaption noch einigen Ärger ein, so gab es für den GT Tiger nur respektvolle Anerkennung. Denn dieser rassige Sportwagen ist eine rein chinesische Produktion. Zugegeben, das Design wird nicht jedermanns Geschmack treffen und Kritiker werden an ihm mangelnde Sachlichkeit beanstanden, aber dafür hebt sich der GT Tiger allein schon wegen seiner Flügeltüren deutlich von anderen bekannten Sportflitzern ab. Für viele Kenner des chinesischen Automarkts ist der GT Tiger das schönste Auto, das bisher im Reich der Mitte gebaut wurde