10 KINO-BLOCKBUSTER

Der erfolgreichste Film aller Zeiten? Avatar! Stimmt! Ist aber gleichzeitig auch falsch. Denn berücksichtigt man bei den Einspielergebnissen die jährliche Inflationsrate, dann hat es Avatar noch nicht einmal in die Top 10 geschafft (derzeit liegt das 3D-Spekatakel von James Cameron auf Rang 14). Ein Dollar 1941 war eben viel mehr wert als ein Dollar 2011. Und dementsprechend billiger war ein Kino-Ticket.

Hier sind die zehn erfolgreichsten Filme aller Zeiten:

 

1o. SCHNEEWITTCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE (1939)

Einspiel: $873,090,000

Auch als man Zeichentrickfilme noch wirklich zeichnen und nicht vom Computer animieren ließ, verließ man sich bei der Story gerne auf Märchen der Brüder Grimm.

Die klassische Geschichte von der bösen Königin und dem vergifteten Apfel wurde damals von William Cotrell und drei weiteren Regisseuren überwacht. Viele Insider zweifelten am Erfolg dieses ersten programmfüllenden Trickfilms und nannten den Film “Disney’s Blödsinn”.

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9. DER EXORZIST (1973)

Einspiel:  $885,655,000

Die Story war simpel, der Erfolg immens. Die Geschichte eines vom Teufel besessenen jungen Mädchens war zwar frei erfunden (Autor der Romanvorlage: William Peter Blatty), sorgte jedoch seinerzeit weltweit in den Kinos für ziemliches Entsetzen. Der amerikanische Prediger Billy Graham behauptete gar, der Teufel wohne auch den Filmrollen inne. In England wurde die Premiere in einigen Städten vom Bürgermeister verboten, was zu organisierten Busfahrten in Nachbarorte führte, wo man nicht so viele Bedenken bei den Aufführungen hatte.

 

 

 

 

 

 

 

8. DOKTOR SCHIWAGO (1965)

Einspiel: $994,325,000

Der Film begründete den Weltruhm seines Hauptdarstellers Omar Sharif und seines Regisseurs David Lean. Dabei sah es Anfangs für beide eher nach einem Karriereknick aus, denn die Kritik bemängelte die angeblich nicht überzeugenden Kulissen und die schwächliche Kameraarbeit. David Lean zeigte sich von den Verrissen so beeindruckt, dass er sich schwor, nie wieder einen Film zu inszenieren. Umgestimmt haben ihn wohl die fünf Oscars, die die Produktion dann erhielt.

 

 

 

 

 

 

 

7. JAWS – DER WEISSE HAI (1975)

Einspiel: $1,025,911,300

Der weiße Film-Hai war ein mechanisches Monstrum, das nur mühsam per Fernsteuerung navigiert werden konnte. Regisseur Spielberg, der hier seinen ersten großen Kinohit landete, nannte ihn nur “Das Weißen Arschloch”, denn zu oft bewegte sich der Hai gar nicht, zu spät oder zu früh. Mit zunehmender Drehzeit sorgten die Ausfälle des Kunstfisches für immer höhere Kosten. Es heißt, dass auch aus diesem Grund die komplette zweite Hälfte des Films zu einem Drei-Personenstück umgeschrieben wurde, bei dem nur noch die Hauptdarsteller vor der Kamera agierten. Und der weiße Hai. Der aber nur hin und wieder.

 

 

 

 

 

 

 

6. TITANIC (1997)

Einspiel: $1,028,050,500

Der Film kostete mehr als das eigentliche Schiff. Während der Bau der Original-Titanic seinereit (inflationsbereinigt) etwa 150 Millionen Dollar verschlang, schlug das Budget der Filmversion mit mindestens 200 Millionen Dollar zu Buche. Auch für Hollywood immense Kosten und Branchenkenner befürchteten deshalb auch den Bankrott der beteiligten Studios. Eigens für den Nachbau des Ozeanriesen erwarb die federführende Produktionsgesellschaft FOX in Mexiko ein 16 Hektar großes Küstengelände, wo  ein komplett neues Studio inklusive riesigem Wassertank entstand. Regisseur John Cameron verpfändete seine Gage und  Gewinnbeteiligung, nur um die Geldgeber zu beruhigen. Aber das Risiko lohnte sich, kommerziell wie künstlerisch: Neben Ben Hur und Herr der Ringe ist die Titanic der einzige Film, der mit elf Oscars prämiert wurde.

 

 

 

 

 

 

5. DIE ZEHN GEBOTE (1956)

Einspiel: $1,049,310,000

Das Mammutwerk (Spieldauer 3 Stunden und 40 Minuten) ist bis heute die erfolgreichste Bibelverfilmung und galt lange Zeit auch als der zweitgrößte Kinohit aller Zeiten. Das Drehbuch umfasste 308 Seiten (heutiger Standard; etwa 100 Seiten) und enthielt 70 Sprechrollen. Für das Storyboard wurden rund 1.200 Bilder angefertigt. Allein die Orgiensequenz benötigte 21 Drehtage und war so anstrengend, dass eine Komparsin lauthals rief: “Wen muss ich ficken, damit ich aus diesem verdammten Film ‘rauskomme!?”

 

 

 

 

 

 

 

 

4. E.T. – DER AUSSERIRDISCHE (1982)

Einspiel: $1,136,253,200

“Nach Hause telefonieren…” Die Worte machten Kinogeschichte. In der ganzen Welt rührte E.T. das Publikum zu Tränen. Dabei war er doch nur eine Puppe, vollgestopft mit Elektronik, dessen Gesicht nach Fotos von Albert Einstein, dem amerikanischen Dichter Carl Sandburg und einem unbekannten Boxer-Hund modelliert worden war. Und ursprünglich hatte Regisseur Spielberg auch vorgehabt, den Film mit viel mehr Thrillerelementen zu inszenieren. Als er sich dann aber doch für eine mehr gefühlsbetonte Variante entschloss, wanderte die Idee von einer terrorisierten Familie zunächst ins Archiv, um dann später als Poltergeist doch noch das Licht der Leinwand zu erblicken.

 

 

 

 

 

 

3. THE SOUND OF MUSIC (1965)

Einspiel: $1,140,747,200

Die in der österreichischen Bergwelt angesiedelte Familienschmonzette (Deutscher Titel: “Meine Lieder, meine Träume”) basiert lose auf der Geschichte der realen Trapp-Familie, einer Art Kelly Family der frühen 60er, und war bereits vor der Verfilmung als Broadway-Musical ein Hit. Für die Rollen der Kinder bewarben sich damals auch die noch unbekannten Kurt Russell und Richard Dreyfuss. Und als Familienoberhaupt waren Sean Connery und Richard Burton im Gespräch.
Besonders in Südkorea fand das Publikum Gefallen am Stoff. Ein Kinobesitzer kam dabei auf eine recht originelle Idee: Um noch mehr Vorführungen zu ermöglichen, kürzte er eigenhändig den Film und schnitt einfach sämtliche Musiknummern heraus.

 

 

 

 

 

 

2. STAR WARS (1977)

Einspiel: $1,426,738,000

Vermutlich war George Lucas der Einzige, der vor Drehbeginn an den Erfolg des Filmes glaubte. SF-Streifen galten in der Branche als out. Das Budget hielt sich mit elf Millionen Dollar in sehr engen Grenzen. Um Geld zu sparen, buchten Regisseur und Crew ihre Flüge für die Economy Class. Die Studiobosse hielten nach Meinungsumfragen auch den Titel für misslungen, fanden allerdings auch keinen besseren. Schließlich bewarben sie den Film bei einer Comic-Messe, weil sie dort die einzige Zielgruppe vermuteten. Vom dann eintretenden Erfolg völlig überrumpelt wurde auch die Spielzeugfirma Kenner Toys, die die Merchandisingrechte erworben, aber kaum Produkte hergestellt hatte. Um dem Weihnachtsboom wenigstens einigermaßen gerecht zu werden, gab man Gutscheine aus, die einer ansonsten leeren Geschenkbox beigelegt waren.

 

 

 

 

 

 

1. VOM WINDE VERWEHT (1939)

Einspiel: $1,618,377,500

Der Film ist mittlerweile über 70 Jahre alt und dennoch sind Namen wie Scarlett O’Hara, Rhett Butler und Tara auch heute noch Millionen ein Begriff. Zudem enthält der Film wohl einen der berühmtesten Schlusssätze der Filmgeschichte: “Frankly, my dear, I don’t give a damn” (Clark Gable) wurde vom American Film Institute sogar zum besten Filmzitat aller Zeiten gewählt. Dieser Satz fiel auch nie den zahlreichen Drehbuchkürzungen zum Opfer, die notwendig waren, weil die Erstfassung des Buches sonst einen fast sechs Stunden langen Film ergeben hätte. Die Schlussfassung übernahm schließlich Produzent David O. Selznick auf der Ferieninsel Bermunda persönlich. Zeitzeugen zu Folge reiste er mit vier Koffern an, alle voll mit vorherigen Drehbuchversionen.