TOP10 NAMENSGEBER Dez04

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TOP10 NAMENSGEBER

Warum heißt der Hamburger eigentlich Hamburger? Antwort: Das weiß keiner so genau. Die einen meinen, deutsche Einwanderer in die USA hätten den Fleischklops erfunden und nach ihrer Heimatstadt Hamburg benannt. Andere glauben, Hamburg wäre in den Staaten früher ein Slang-Ausdruck für hochwertiges Rindfleisch gewesen. So unklar hier die Definition bleibt, so genau lässt sich die Herkunft anderer Ausdrücke erklären, die heute zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören. Diese Ausdrücke stehen nämlich im Zusammenhang mit  Namen von Persönlichkeiten, ohne die es den Begriff  gar nicht geben würde. Einige dieser Menschen sind  längst vergessen, die Ausdrücke dagegen kennt jeder.
Hier sind zehn Menschen, die mit ihrem Namen zu einem feststehenden Begriff wurden.

 

10. LEOPOLD VON SACHER-MASOCH
(1836 – 1895)
Angeblich sind die blutrünstigen Horrorgeschichten, die ihm sein Kindermädchen als kleinem Jungen erzählte, Schuld daran, dass der österreichische Schriftsteller Sacher-Masoch später als Mann nur dann sexuelle Lust empfinden konnte, wenn er von Frauen körperlich gequält wurde. Sacher-Masoch, zu Lebzeiten ein hochgeachteter und Preisen ausgezeichneter Mann, hat dieses Verlangen nach Lust am Schmerz  in seinen Büchern ästhetisierend dargestellt und so den Begriff des Sado-Masochismus geprägt.

 

9. ANTOINE JOSEPH SAX
(1814 – 1894)
Sax begann nach einem Musikstudium in der Werkstatt seines Vaters, einem Brüsseler Instrumentenbauer, zu arbeiten. Angeregt von seinem Vater, der ein ewiger Tüftler war, begann Sax sich gleichfalls an der Entwicklung neuer Instrumente zu probieren und erfand eine Reihe neuer Blasinstrumente. Eines davon erregte besonders viel Aufmerksamkeit, weil es keinen zuvor bekannten Vorläufer hatte: Das Saxofon. Im März 1846 erhielt Sax ein Patent auf das Instrument, das er später in verschiedenen Größen herstellte und das ihm Ruhm und Reichtum bescherte.

 

8. LOUIS BRAILLE
(1809 – 1852)
Schon als Kleinkind erblindete Braille an den Folgen einer Augenverletzung. Dennoch mochte er sich nicht damit abfinden, Bücher nur noch vorgelesen zu bekommen. Von einem Hauptmann der Französischen Armee lernte er die komplizierte Nachtschrift kennen, die dieser für militärische Zwecke erfunden hatte. Im Alter von elf Jahren begann Braille die Schrift zu vereinfachen. Fünf Jahre später hatte er die Brailleschrift, die Blindenschrift, komplettiert.

 

7. JEAN NICOT
(1530-1604)
Nicot war als französischer Botschafter in Portugal tätig, als ihm während einer Mission eine Tabakpflanze übergeben wurde.  Er glaubte in der Pflanze ein Heilkraut erkannt zu haben und ließ das Gewächs in seiner Heimat näher untersuchen, wo es später den wissenschaftlichen Namen Herba Nicotiana erhielt. Über 200 Jahre später konnte ein im Tabak entstehendes  Alkaloid nachgewiesen werden, dem man zu Ehren Nicots den Namen Nikotin gab.

 

6. CHARLES C. BOYCOTT
(1832 – 1897)
Der Graf von Earne stellte 1880 den Gutsverwalter Charles C. Boycott ein, um von verarmten irischen Bauern einen sehr hohen Pachtzins einzutreiben.  Mit seiner rüden Art verschaffte sich Boycott rasch viele Feinde, was schließlich dazu führte, dass die Bevölkerung ihn offen ignorierte und sich fortan weigerte, irgendeine Geschäftsbeziehung mit ihm einzugehen.  Der Begriff des ‘boycotting’ machte die Runde, aus dem dann später das Wort Boykott entstand.

 

5. JOSEPH I. GUILLOTIN
(1738 – 1814)
Ausgerechnet nach einem ist eine der bekanntesten Hinrichtungsarten der Geschichte benannt. Dabei hat Joseph I. Guillotin die Maschinerie gar nicht  erfunden.  Es war der Leibarzt des Königs, Antoine Louis, der 1792 den Auftrag erhielt, ein Tötungsinstrument zu entwickeln, das einen schnellen, schmerzfreien Tod versprach. Mit der Forderung, auf althergebrachte, mitunter sehr qualvolle Hinrichtungsarten zu verzichten, hatte sich zuvor der Medizinprofessor Guillotin hervorgetan. Wenig später wurden die Pläne für einen Fallbeil-Mechanismus vorgelegt, nach denen unter Guillotins Anleitung dann auch die ersten Apparaturen gebaut wurden.  Nach ihrem eigentlichen Erfinder nannte sie der Volksmund zunächst Louison oder Louisette, bis sich später dann der Name Guillotine durchsetzte.

 

4. JOHN MONTAGUE
(1718 – 1792)
Der IV. Graf von Sandwich war Oberst der Britischen Armee und später auch Marineminister seines Landes, doch dass sein Name heute noch – im wahrsten Sinne des Wortes – noch in aller Munde ist, verdankt er seiner Spielsucht: Monatgue war leidenschaftlicher Kartenspieler und verließ nur sehr ungern während einer Partie den Spieltisch. Deshalb ließ er sich oft sein Essen  am Spieltisch servieren: Zwei Scheiben Toastbrot, belegt mit Roastbeef. Der Sandwich war geboren. Nach dem Grafen von Sandwich sind übrigens auch die Sandwich-Inseln im südlichen Atlantik benannt.

 

3. WILLIAM LYNCH 
(1742 – 1820) 
William Lynch organisierte 1780 in seiner Heimatstadt Pittsylvania County eine Gruppe von Freiwilligen, die nach eigenem Gutdünken für Recht und Ordnung sorgten. Auf ihn soll der Begriff der Lynchjustiz ebenso zurückgehen wie auf seinen Namensvetter Charles Lynch (1736 – 1706), der als Richter im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Urteile fällte, die kaum im Einklang mit geltendem Recht standen.

 

2. RUDOLF DIESEL
(1858 – 1913)
Finanziert vom Krupp-Konzern entwickelte der deutsche Ingenieur Rudolf Diesel in den Jahren 1893 – 97 einen Verbrennungsmotor mit Kompressionszündung, der mit preiswertem Rohöl betrieben werden konnte: Den Dieselmotor. Oft wird auch Diesels Tod mit dieser Erfindung in Verbindung gebracht. Rudolf Diesel verschwand während einer Schiffsreise spurlos, sein Leichnam wurde nie gefunden. Seine Familie zweifelte stets einen Freitod an und sprach stattdessen von Mord, mit dem die Täter versucht hätten, an Geheimnisse von Diesels Technologie zu gelangen.

 

1.  MARQUIS DE SADE
(1740 – 1814)
Obwohl Miotglied der französischen Aristokratie, verbrachte Donatien-Alphonse-François de Sade, besser bekannt als der Marquis de Sade, etliche Jahre seines Lebens hinter Gittern, weil er wegen ausschweifender Orgien immer wieder zu Gefängnisstrafen verurteilt wurde. Während seiner Haftzeit betätigt er sich als Schriftsteller und verfasste zahlreiche Romane und Theaterstücke, in denen stets die sexuelle Gewalt eine zentrale Rolle einnahm. Stellenweise schildern die Texte verschiedene Sex-Praktiken in derartiger Ausführlichkeit, dass man nicht lange rätseln muss, warum der Sadismus Sadismus genannt wird.