GEFÄHRLICHSTE GANGS Nov20

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GEFÄHRLICHSTE GANGS

Ursprünglich bedeutete das Wort Gang einfach nur ‘eine Gruppe von Leuten’. Es hatte keinerlei negativen Beiklang und wurde erst im Laufe der Zeit zum Synonym für Gewalt, Kriminalität und Verbrechen.
Gangs gibt es in den USA schon seit Mitte des 19.Jahrhunderts, als sich die verschiedenen ethnischen Gruppen zu Vereinigungen zusammenschlossen, um ihre Interessen zu verteidigen. Man schätzt, dass es heute allein in den Staaten rund 800.000 organisierte Street Gang-Mitglieder gibt.
Hier sind die zehn gefährlichsten Gangs der Welt:

 

10. ARYAN BROTHERHOOD

Die Aryan Brotherhood, ebenfalls bekannt als The Brand oder einfach nur AB, entstand Ende der 1960er Jahre im Gefängnis von San Quentin. Ihr Name (‘Arische Bruderschaft) verrät eine starke Sympathie für Nazi-Ideologie und -Symbolik.
Obwohl die Gang nur ein Prozent aller Häftlinge in den US-Gefängnissen ausmacht, werden ihre Mitglieder für 25 Prozent aller Morde hinter Gittern verantwortlich gemacht. Mit verantwortlich für diese hohe Rate ist sicher auch das Aufnahmeritual: Wer Mitglied bei The Brand werden will, muss einen Mord an einem Mithäftling begehen. Und wer wieder austreten will, wird selbst ermordet.

 

9. MEXICAN MAFIA
Die Mexican Mafia, die auch unter La eme oder kurz MM firmiert, ist eine der größten Gefängnisgangs der USA. Gegründet wurde sie in den 1950er Jahren im Gefängnis von Tracy in Kalifornien. Inzwischen hat die Gang Hochburgen in allen größeren Strafanstalten. Die etwa 30.000 Mitglieder unterhalten enge Verbindungen zur Aryan Brotherhood, für die oft Auftragsmorde begangen werden. Die Gangregeln sind sehr einfach: Kein Verrat, keine Homosexualität, keine Feigheit. Zudem verpflichten sich Mitglieder in Freiheit, einsitzenden Gang-Bosse finanziell zu unterstützen. Was nichts mit christlicher Nächstenliebe zu tun hat, denn wer zur MM gehören will, darf nicht Christ sein.

 

8. BLACK GUERILLA FAMILY
Die Black Guerilla Family, die man auch als Black Family oder Black Vanguard kennt, zählt in den USA rund 50.000 Mitglieder. Gegründet wurde die Gang 1966 von George Jackson, einem militanten Mitglied der Black Panther-Partei. War einer ihrer früheren Ansprüche, die Würde der schwarzen Gefangenen zu wahren, machte die Family im Laufe der Zeit vermehrt durch brutale Gewaltakte von sich reden. Als Ganggründer Jackson 1971 aus dem Gefängnis fliehen wollte, kamen mehrere Wärter und zwei weiße Mithäftlinge ums Leben, Jackson starb im Kugelhagel.
Die Gang sieht sich aber auch heute noch als politische Gruppierung mit marxistischen Wurzeln. Kein Wunder, dass die rechtsradikale Aryan Brotherhood zu ihren Intimfeinden zählen.

 

7. DIE MUNGIKI
Die Mungiki, oft auch Kenia-Mafia genannt, ist eine Mischung aus Jugendgang und religiöser Sekte. Sie ist nur in Kenia beheimatet, wo sie ihre Hochburgen vor allem in den Slums der Großstädte hat. Die Gang soll in zahlreiche kleine, nicht mehr als 50 Mitglieder zählende Zellen aufgeteilt sein, die unabhängig voneinander ihren kriminellen Geschäften nachgehen. Seit im Jahr 2002 führende Mitglieder zum Islam übertraten, dilt die Mungiki als extrem christenfeindlich und als Feind  westlicher Zivilisation. Stattdessen tritt man für die offiziell verbotene weibliche Genitalverstümmelung ein. Die Gang gilt als besonders gewaltbereit, Gegner werden mitunter enthauptet oder auf grauenvolle Weise verstümmelt.

 

6. DAS TEXAS SYNDIKAT
Das Texas Syndikat, auch als Texas 7 bekannt, sucht seine Mitglieder in erster Linie unter Sträflingen, die nicht nur mexikanischer Abstammung sind, sondern auch in Mexiko geboren wurden. Die Gang wird auf 2000 Mitglieder geschätzt, etwa die Hälfte davon sitzt hinter Gittern. Das Syndikat verdient sein Geld mit  Auftragsmorden, Glücksspiel, Prostitution, Erpressung und Drogenhandel. Die Gang ist paramilitärisch organisiert und kennt Ränge wie Captains, Leutnants und einfache Soldaten. Eine der Regeln, die Gangmitglieder zu akzeptieren haben, lautet: “Das Texas Syndikat hat immer Recht!”

 

5. LA NUESTRA FAMILIA
Die mexikanisch-amerikanische Nuestra Familia formierte sich Ende der 1960er Jahre in Nordkalifornien möglicherweise nur deshalb, um die Konkurrenzgang der Mexian Mafia zu schwächen. Die Gang ist für zahlreiche Morde verantwortlich, nicht selten wurden auch eigene Mitglieder getötet. Mitglieder müssen eine zweijährige Probezeit bestehen, bevor sie endgültig aufgenommen werden. Als Erkennungszeichen untereinander dient ein rotes Halstuch.
Im April 2010 gelang den Behörden ein schwerer Schlag gegen La Nuestra Familia: Nach monatelanger Observation wurden 37 führende Mitglieder verhaftet.

 

4. PRIMEIRO COMANDO DA CAPITAL
Die Primeiro Comando Da Capital, oder abgekürzt einfach PC, ist eine in Brasilien beheimatete Gefängnisgang mit vergleichsweise erst junger Geschichte. Die Gang wurde 1993 gegründet und richtet ihren Kampf  gegen die Regierung und deren Institutionen. Seit 2006 soll die PC über 300 Überfälle auf öffentliche Einrichtungen verübt haben. Aber auch zahllose Morde, Raubüberfälle und entführungen gehen auf ihr Konto. Als mittelfristiges Ziel gilt die komplette Machtübernahme in Sao Paolo, der Heimatstadt der Gang. Finanziert werden alle Aktivitäten durch die Monatsbeiträge der Mitglieder: Wer in Freiheit ist, zahl 270 Dollar, wer eine Strafe absitzt, nur 27 Dollar.

 

3. CRIPS
Die Crips wurden 1969 von Stanley Williams und Raymond Washington, zwei damals 16-jährigen Jugendlichen gegründet. Anfangs bestand die Gang nur aus einem losen Netzwerk verschiedener Straßenbanden, die Mitgliederzahl war überschaubar. Begünstigt durch schwere soziale Spannungen in ihrer Heimatregion South Los Angeles stiegen Macht und Einfluss der Crips im Laufe der Jahre rasant an. Heute zählt man etwa 300.000 Mitglieder, die als Erkennungszeichen ein blaues Halstuch tragen. Die Gang gilt als sehr gewalttätig, wobei man nicht nur die Rivalen der Bloods bekriegt, sondern sich auch intern oft brutale Machtkämpfe liefert. Inzwischen hat der Einflussbereich der Crips derart an Größe gewonnen, dass er bis nach Kanada reicht.

 

2. BLOODS
Die Bloods, deren eigentlicher Name Blood Alliance lautet, formierten sich 1972, als die Vorherrschaft der Crips immer dominanter wurde. Sie entstanden aus einer Abspaltung der Crisps, denen sie seitdem in  eine tiefer Feindschaft gegenüberstehen. Bei den Bandenkriegen der Gangs hat es in der Vergangenheit zahlreiche Tote gegeben.
Von Beginn an galten die Bloods als besonders mutig, so dass sie viel Zulauf von zunächst verfeindeten, kleineren Gangs erhielten. Die Gang ist in verschiedene Untergruppen, sogenannte Sub-Sets, aufgeteilt, zwischen denen es auch oft gewalttätigen Streitereien kommen kann.
Ihren Nachwuchs rekrutieren die Bloods hauptsächlich bei afro-amerikanischen Schulkindern, denen sie das Gefühl von Schutz und Zugehörigkeit vermitteln. Daneben locken auch der Zugang zu teuren Kleidern, Schmuck und Bargeld.
Die Mitglieder nennen sich selbst auch CKs – was für Crips Killer steht.

 

1. MARA SALVATRUCHA
Gegen die Mara Salvatrucha nehmen sich alle anderen Straßengangs aus wie unartige Kinderrasselbanden. Der Name der Gang setzt sich zusammen aus den Worten Mara (was einerseits so viel wie Bande bedeutet, aber auch für die besonders aggressive Ameisenart Marabunta steht), Salva (bedeutet Salvadorianer) und Trucha (ein spanischer Slangbegriff für Wachsamkeit). Die Gang ist in Mittelamerika beheimatet, hat aber inzwischen auch Stützpunkte in den USA und in Europa. Ihre Mitglieder gelten als extrem rücksichtlos und sind bekannt dafür, auch Unbeteiligte ohne Skrupel zu töten. Tätig ist die MS13, wie die Gang auch genannt wird, vor allem im Drogen- und Waffenschmuggel.
Ein besonders grausames Verbrechen begingen vier Mitglieder der Salvadorianische Garde, als sie 2010 in San Salvador einen Bus stoppten und in Brand setzen. Bei dem Massaker starben 14 Menschen.