TOP10 RAUBÜBERFÄLLE

Am 8. August 1963 überfielen zwölf maskierte Engländer nahe der Kleinstadt Cheddington den Postzug London-Glasgow und erbeuteten binnen 45 Minuten die damals schier unglaubliche Summe von 7.368.715 Dollar. Der Überfall machte über Jahre hinweg Schlagzeilen, galt er doch seinerzeit als der größte Raubzug aller Zeiten. Heute, bald 50 Jahre später, wäre eine Beute von etwas mehr als sieben Millionen Dollar zwar immer noch beachtlich, wirkliches Erstaunen würde sie jedoch kaum noch hervorrufen. Bei den größten Raubüberfällen der jüngeren Vergangenheit spielen ganz andere Summen eine Rolle.
Hier sind die zehn größten Raubzüge aller Zeiten:

 

10. TATORT: DIE BRITISH BANK OF THE MIDDLE EAST
Beute: 25 Millionen Pfund
26. Januar 1976, Beirut, Libanon. Das Land steckt inmitten eines Bürgerkriegs. Die PLO, die Palästinische Befreiungsorganisation von Yassir Arrafat, kämpft seit Jahren schon für einen unabhängigen Palästinenserstaat. Ein Kampf, der sehr viel Geld kostet. Eine zur PLO gehörende Gruppierung nutzte die Wirren des Bürgerkriegs, um immer wieder Banken im Libanon zu überfallen. Ihr größter Coup ist der Einbruch in die British Bank of the Middle East. Den Tätern fallen Bargeld, Aktien, Gold und Juwelen im auf heute umgerechneten wert von rund 100 Millionen Dollar in die Hände. Um in die Bank zu gelangen sprengen die Täter eine Seitenwand, dringen in den Tresorraum vor und plündern dann in aller Ruhe die Schließfächer.

 

9. TATORT: DIE UNITED CALIFORNIA BANK
Beute: 30 Millionen Dollar
24. März 1972, Laguna Niguel, Kalifornien. Eine Gruppe von sieben Männern aus Youngston/Ohio bricht in eine Filiale der United Caifornia Bank ein und leert dort sämtliche Schließfächer. Geschätzte Beute: Etwa 30 Millionen Dollar, nach heutigem Wert über 100 Millionen Dollar. Der Einbruch verläuft perfwekt, es gibt kaum verwertbare Spuren. Debnnoch begeht die Bande einen schweren Fehler, als sie Monate später einen Einbruch nach dem gleichen Muster begeht. Das FBI bringt beide Taten in Zusammenhang, wertet Reiseunterlagen aus und entdeckt, dass die gleichen sieben Männern an jeweils beiden  Tattagen mit dem Flugzeug anreisten. Alle Männer wurden verhaftet, ein Großteil des Raubguts sichergestellt.

 

8. TATORT: KNIGHTSBRIDGE SECURITY DEPOSIT
Beute: 60 Millionen Pfund
12. Juli 1987, Knightsbridge, England. Der italienische Berufsverbrecher Valerio Viccei (auf sein Konto gehen bereits 50 bewaffnete Raubüberfälle) betritt mit einem Komplicen die Bank und gibt vor, ein Schließfach eröffnen zu wollen. Man führt die beiden in den Tresorraum, wo sie sofort die Angestellten überwältigen. Dann hängen sie ein Schild mit der Aufschrift Vorübergehend geschlossen an die Tür. Sie lassen weitere Komplicen in die Bank ein und brechen dann ein Schließfach nach dem anderen auf. Eine Stunde später verlassen sie die Bank mit einer Beute im Wert von 60 Millionen Pfund. Der Betrag ist eine geschätzte Minimalsumme, da viele Schließfachbesitzer später keine Angaben über die genaue Höhe ihres Verlustes machen können oder machen wollen.  Viccei gelingt die Flucht nach Südamerika, doch hat die Polizei am Tatort seinen Fingerabdruck gesichert. Als er leichtsinnigerweise nach England zurückkehrt, um seinen geliebten Ferrari Testarossa nachzuholen, wird er verhaftet und zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt.  Im April 200 wird Viccei während eines Freigangs in eine Schießerei mit der Polizei verwickelt und tödlich getroffen.

 

7.TATORT: DIAMANTENBÖRSE ANTWERPEN
Beute: 100 Millionen Dollar
16. Februar 2003, Antwerpen, Belgien. Auf diesen Tag hat sich Leonardo Notarbartolo lange vorbereitet. Seit Jahren verkehrt er in den Kreisen der Antwerpener Diamantenhädler, wo man ihn inzwischen als geschätztem Kollegen vertraut. Deshalb bemerkt auch niemand, wie Notarbartolo und seine vier Gehilfen am Tag der Tat zunächst die Bänder der Überwachungskameras entfernen. Allerdings ist deshalb auch bis heute unklar, wie es den Tätern gelingen konnte, den zehnfach gesicherten Tresorraum (u. a. mit Doppelradar, Wärmesensoren, Bewegungsmelder und einem Zahlenschloss mit 100 Millionen von Einstellungsmöglichkeiten) auszuräumen. Notarbartolo wurde mittels eines DNA-Beweises überführt. nachdem man am Tatort den Rest eines Sandwiches von ihm gefunden hatte. In späteren Interviews erklärte Notarbartolo, der Raub wäre von einem jüdischen Diamantenhändler in Auftrag gegeben worden. Die echte Beute wäre deutlich kleiner gewesen, viele der Schließfächer schon vorher ausgeräumt worden. Notarbartolo vermutet einen riesigen Versicherungsschwindel als wahren Tathintergrund. Die Polizei bestreitet diese Möglichkeit. Die Beute ist bis heute verschwunden.

 

6. TATORT: JUWELIER HARRY WINSTON
Beute: 108 Millionen Dollar
5. Dezember 2008, Paris, Frankreich. Kurz vor Ladenschluss stürmen vier bewaffnete Männer, drei von ihnen als Frauen verkleidet,  in die Pariser Filiale des Nobel-Juweliers Harry Winston. Ohne einen einzigen Schuss abzugeben, räumt das Quartett zunächst die Auslagen, dann die Vitrinen. Nach 15 Minuten verlassen die Räuber wieder den Laden. Hinter dem Überfall, so stellt die Polizei im Laufe der Ermittlungen fest,  verbergen sich eine ganze Reihe von Kriminellen, die meisten von ihnen aus der serbischen Raum. Bis heute wurden in Zusammenhang mit dem Winston-Überfall über 25  Personen verurteilt, der jüngste 22 Jahre alt, der älteste 67.

 

5. TATORT: FLUGHAFEN SCHIPHOL
Beute: 118 Millionen Dollar
25. Februar 2005, Amsterdam, Niederlande. Zwei Männer, getarnt als Mitarbeiter der Fluggesellschaft KLM, stoppen mit ihrem gestohlenen Lieferwagen einen KLM-Transporter, in dessen Frachtraum sich eine riesige Diamantenlieferung, bestimmt für Antwerpen, befindet. Vor etlichen Zeugen ziehen die Täter ihre Waffen, kapern den Diamantentransporter und verschwinden mit ihm unerkannt.  Begünstigt wurde der Überfall von nachlässigen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Flughafen Schiphol. Drei Monate später nahm die Polizei einen dringend der Tat Verdächtigen, einen Mitarbeiter des Flughafens, fest.

 

4. TATORT: DAR ES SALAAM BANK
Beute: 282 Millionen Dollar
12. Juli 2007, Bagdad, Irak. Als am Morgen die Bankangestellten ihren Dienst beginnen wollen, bemerken sie, dass die Türen der Bank offen stehen und der Tresorraum völlig leer ist.  Es fehlen nicht weniger als 282 Millionen Dollar. Bis heute ist nicht geklärt, warum die Privatbank eine derart große Summe in ihren Räumen aufbewahrte. Ungeklärt ist bis heute auch, wer genau hinter dem dreisten Raub steckt. Man vermutet, dass Wachleute mit Verbindungen zu Polizei und Militär in die Tat verwickelt waren. Seltsam erscheint außerdem, dass der Raub bloß ein geringes Medienecho fand und auch von den US-Behörden nur sehr einsilbig kommentiert wurde. Von der Millionenbeute fehlt weiterhin jede Spur.

 

3. TATORT:  GARDNER MUSEUM
Beute: 300 Millionen Dollar
18. März 1990, Boston, USA. Der größte Kunstraub der Geschichte beginnt in den frühen Morgenstunden, als zwei als angebliche Polizisten wegen einer Alarmmeldung Einlass in das Museum verlangen. Die unerfahrenen Wachleute folgen der Aufforderung, werden gleich daraufhin überwältigt und im Keller mit Handschellen gefesselt. Die Täter setzen die Überwachungssysteme außer Betrieb und suchen sich in den folgenden 81 Minuten ungestört zwölf Gemälde aus, mit denen sie anschließend verschwinden. Der Wert der gestohlenen Kunstwerke wird auf mindestens 300 Millionen Dollar beziffert, wobei neuere Schätzungen von einem Sammlerwert von mindestens 500 Millionen Dollar ausgehen. Trotz einer Belohnung von fünf Millionen Dollar blieben die Täter bis heute unerkannt, auch die Gemälde sind seit dem Raub nie wieder aufgetaucht.

 

2. TATORT: LONDONER INNENSTADT
Beute: 292 Millionen Pfund
2. Mai 1990, London, England. In einer stillen Seitenstraße der Londoner Innenstadt wird der 58-jährige Bürobote John Goddard von einem Unbekannten niedergestochen. Der Täter hat es auf die Aktentasche Goddards abgesehen, in der dieser 301 Inhaberschuldverschreibungen der Bank of England, fast jede davon eine Million Pfund wert,  im Auftrag seines Brokerhauses mit sich trug. Diese Art Wertpapiere sind so gut wie Bargeld, denn sie gehören jeweils dem, der sie gerade vorweisen kann. In der Folgezeit gelang es der Londoner Polizei und dem FBI, eine Gruppe von Verdächtigen auszumachen. Alle Beteiligten wurden festgenommen. Der Hauptverdächtige konnte nicht mehr vernommen werden, er wurde kurz vor seiner Verhaftung von Unbekannten erschossen.

 

1.TATORT: ZENTRALBANK IRAK
Beute: 1 Milliarde Dollar
18. März 2003, Bagdad, Irak. Am Vorabend der Bombardierung seines Landes schickt der irakische Diktator Saddam Hussein seinen Sohn Qusay mit einer Vollmacht zur Zentralbank, dort das gesamte Bargeld abheben zu lassen. Saddam hat die Zentralbank stets als sein persönliches Eigentum betrachtet, deshalb wird er wahrscheinlich kein sonderliches Unrechtsbewusstsein gehabt haben. In einer fünfstündigen Nacht- und Nebelaktion wuchten Qusay und seine Helfershelfer die Geldpakete auf Lastwagen, mit denen sie die Bank dann vollbeladen wieder Richtung Präsidentenpalast verlassen. Der größte Bankraub der Geschichte war im Grunde die größte Bargeldabhebung der Geschichte. Genutzt haben Saddam die Millionen allerdings wenig. Einige Monate nach der militärischen Niederlage gegen die Alliierten wurde er aus einem Erdloch gezogen, vor Gericht gestellt, verurteilt und hingerichtet. Sohn Qusay starb während eines Feuergefechts bei seiner Festnahme. Von der gestohlenen Milliarde fanden sich 650 Millionen später versteckt in den Wänden des Palastes. Der Verbleib der übrigen 350 Millionen ist bis dato ungeklärt.