TEUERSTE MEGABAUTEN Nov21

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TEUERSTE MEGABAUTEN

Wenn wir teuer sagen, dann meinen wir wirklich teuer. Nicht irgendein Opernhaus für 20 Millionen oder ein Fussballstadion für 50 Millionen. Peanuts! Wir reden von Milliarden. Milliarden, die aber auch wirklich nur für ein einziges Projekt ausgegeben wurden. (Nochmals zur Erinnerung: Eine Mlliiarde sind eintausend Millionen!). Bei diesen Vorhaben hätte sicher auch Bill Gates geschluckt.
Hier sind die zehn teuersten Megabauwerke der Welt:

 

10. DAS KRAFTWERK OLKILUOTO (im Bau)

KOSTEN: 7.1 MILLIARDEN
Der dritte Block dieses finnischen Kernkraftwerks wurde 2005 in Angriff genommen. Ursprüngliche Kosten für die schlüsselfertige Übergabe: Drei Milliarden. Viel Geld. Aber durch Fehler beim Bau musste man schon bald einen ersten Nachschlag abbuchen. Streitereien um die Finanzierungen verzögerten immer wieder die Fertigstellung. Die Eröffnung des Kernkraftwerks wurde erst auf 2011, dann auf 2012 und schließlich auf 2013 verschoben. Mit jeder Verschiebung stiegen die Kosten. Inzwischen ist man bei 7.1 Milliarden Dollar angelangt.

 

 

9. DIE TRANS-ALASKA PIPELINE

KOSTEN: 8,1 MILLIARDEN
Ein Bau von biblischen Ausmaßen. 1975 begann man mit dem Bau der heute 1280 km langen Pipeline, durch die das Öl quer durch Alaska von der Prudhoe Bay bis nach Valdez, dem nächsten eisfreien Hafen in der Gegend, fließt. Der damalige US-Präsident Nixon persönlich genehmigte den Megabau, bei dem insgesamt 21.000 Arbeiter eingesetzt wurden. Die Pipeline führt durch drei Gebirgsketten und überquert etliche Flüsse und Ströme. Ein Projekt, vor dem man zunächst zurückschreckte. Als Alternativen wurden ernsthaft Tanker-Uboote angedacht, die das Erdöl direkt von der Prudhoe Bay unter der Eisdecke abtransportieren sollten. Auch ein Öltanker mit den Eigenschaften eines Eisbrechers wurde gebaut, doch letztlich als zu riskant eingestuft. Blieb also nur noch die sündhaft teure Pipeline, durch die bis heute etwa 16 Millionen Barrel Öl geflossen sind.

 

8. DIE GERALD R. FORD-KLASSE (im Bau)

KOSTEN: 9,1 MILLIARDEN PRO SCHIFF
Die Gerald R. Ford-Klasse steht für die nächste Generation von amerikanischen Flugzeugträgern, die die derzeitige Niemitz-Klasse ab 2015 ablösen soll. Die neuen Träger werden mit einer Länge von 333 Metern und einer Breite von78 Metern nicht viel größer als die bisherigen sein, aber dafür mit modernster Elektronik ausgestattet. Mit automatisierten Prozessen an Bord will man mindestens 30 Prozent der gegenwärtigen Mannschaftsstärke einsparen. Nicht gespart wird an den Produktionskosten. Die Navy glaubt inzwischen, dass der erste Flugzeugträger über neun Milliarden kosten wird. Rechnet man Forschungs- und Entwicklungsarbeiten hinzu, hätte man nur für den Prototyp  14,1 Milliarden Dollar ausgegeben.

 

7. DER GOTTHARD TUNNEL (im Bau)

KOSTEN: 10,2 MILLIARDEN
Mit über 151 Kilometer wird der Gotthard Basis-Tunnel der längste Eisenbahntunnel der Welt, wenn er wie geplant im Jahr 2017 fertiggestellt werden kann. Dann würde sich auch die Fahrtzeit von Zürich nach Mailand um 60 Minuten auf 2:40 Stunden verkürzen.
Die Idee zu dem Tunnel entstand schon Mitte der 50er Jahre, doch scheiterte die Umsetung immer wieder an politischen und wirtschaftlichen Hindernissen. Dann, 1992, stimmte das Schweizer Volk in einem Referendum mit 62 Prozent der Stimmen für einen Baubeginn, nachdem zuvor etliche Testbohrungen alle Sorgen um mögliche Einstürze ausgeräumt hatten. Wann genau der Tunnel nun wirklich fertig wird, weiß niemand so genau. Optimisten sprechen vom Jahr 2016, Pessimisten glauben, die Einweihung würde erst 2020 stattfinden.

 

6. PALM JUMEIRAH

KOSTEN: 12,3 MILLIARDEN
Palm IslandWas macht der Scheich, wenn er gerne eine Insel hätte? Genau, er baut sich eine. Oder gleich drei. Denn neben der Kunstinsel Palm Jumeirah begann man vor der Küste Dubais auch noch mit den Bauarbeiten zu den Eilanden Palm Jebel Ali und Palm Deira. Doch wegen der weltweiten Finanzkrise sind letztere noch nicht fertiggestellt. Und auch an Palm Jumeihra wird weiterhin fleißig gewerkelt. Einen genauen Zeitplan zur endgültigen Eröffnung gibt es nicht. Dafür einen Bericht in der New York Times, nach dem die Insel angeblich wieder im Meer versinken würde.  Das Scheichtum Dubai hat diese Meldungen natürlich sofort dementiert.

 

 

5. DAS JAMES BAI PROJECT

KOSTEN: 13,8 MILLIARDEN

Das Projet de la Baie-James (so der französische Name) steht für den Bau von insgesamt sieben Wasserkraftwerken, die die Provinzregierung im kanadischen Quebec entlang des La-Grande-Flusses erbauen ließ. Das Mammutprojekt stieß zunächst auf heftigen Widerstand der im Gebiet ansässigen 5000 Cree-Indianer. Doch die Ureinwohner konnten sich mit dem Bau der Staudämme schließlich doch anfreunden, als man ihnen vertraglich ein selbstverwaltetes Territorium samt Fisch- und Jagdrechten plus 234 kanadische Dollar Entschädigung anbot.
Umweltschützer warnen aber noch heute vor den Gefahren möglicher Erdbeben, die sich in dieser Region in den letzten Jahrzehnten zwar auch tatsächlich ereigneten, aber bislang allesamt glimpflich abliefen.


4. DER FLUGHAFEN VON KANSAI

KOSTEN: 15 MILLIARDEN

Der Kansai International Airport müsste eigentlich den Scheichs von Dubai ausnehmend gut gefallen. Denn auch dieser Flughafen wurde in der Bucht von Osaka mitten ins Meer gebaut. Ob man ihn allerdings wirklich dringend gebraucht hat, erscheint mittlerweile zweifelhaft. Zwar bedient der Kansai Airport seit seiner Eröffnung 1994 mit der Gegend von Osaka ein Ballungsgebiet, doch noch immer läuft der Betrieb nicht rentabel. Dafür sackt die künstliche Insel jedes Jahr ein paar Zentimeter tiefer ins Meer zurück. Laut Fachleuten sollen diese Absenkungen jedoch bald zu einem Ende kommen. Wir dürfen also hoffen, dass uns die einzige Flughafeninsel der Welt noch länger erhalten bleibt.

 

3. DER ITAIPU-STAUDAMM

KOSTEN: 27 MILLIARDEN
Der Itaipu-Damm ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Brasilien und Paraguay, wurde aber gemäß Vertrag allein von Brasilien finanziert. Denn im Gegensatz zu Paraguay bezog Brasilien 1991, im Jahr der Fertigstellung, von dem Kraftwerk fast ein Viertel seines gesamten Strombedarfs. Bis zur Inbetriebnahme des Drei-Schluchten-Dammes  (siehe Platz 2) war das Itaipu-Kraftwerk das größte der Welt. Seit dem Jahr 2008 sind sämtliche 28 Turbinen im Einsatz.
Gegen den Staudamm hatten nicht nur Öko-Aktivisten Bedenken. Auch der argentinischen Regierung, die seinerzeit aus einer Militär-Junta bestand, war das Projekt suspekt. Die Generäle fürchteten, im Falle eines Krieges könnte Brasilien die Schleusen des Dammes öffnen und damit einen Teil von Argentinien samt seiner Hauptstadt Buenos Aires überfluten. Die Sorgen haben sich – zumindest bis heute – als unbegründet erwiesen.

 

2. DER DREI-SCHLUCHTEN-DAMM

KOSTEN: 75 MILLIARDEN
Der Drei-Schluchten-Damm  ist ein Staudamm mit angesschlossenem Kraftwerk, das  am Jangtsekiang-Fluss in China errichtet wurde. Wie bei vielen Großprojekten reicht die Idee zur Umsetzung viele Jahrzehnte zurück und stieß dabei  von Beginn an auf Widerstand in der Bevölkerung. Allerdings kam es zu keinerlei Demonstrationen, weil die Regierung in Peking jedwede Kritik an dem Projekt kurzerhand verbot. Um das Bauwerk zu finanzieren, führte die Regierung eine Sondersteuer ein. Etwa zwei Millionen Chinesen wurden umgesiedelt, 13 Städte und mehr als 600 Frabriken wurden geflutet. Erste Kostenplanungen sahen ein Budget von 25 Milliarden Dollar vor, doch nach Schätzungen von Fachleuten wurden bis heute rund 76 Milliarden verbaut.
Der Damm soll sowohl der Energiegewinnung als auch dem Hochwasserschutz dienen. Das Dilemma dabei: Soll er ein Maximum an Strom liefern, muss der Stausse randvoll sein. Soll er jedoch ein Optimium an Schutz bieten, müsste der See völlig leer sein.

 

1. DIE INTERNATIONALE RAUMSTATION (im Bau)

KOSTEN: 157 Milliarden
Die International Space Station (ISS) ist ein Grßprojekt, an dem neben den USA und Russland auch zahlreiche europäische Länder beteiligt sind. Ursprümglich wollten auch die Chinesen sich am Bau beteiligen, was aber am Veto der Amerikaner scheiterte. deshalb baut China jetzt eine eigene, vermutklich auch nicht viel billigere Raumstation.
Die ISS ging bereits 1988 in Bau und soll im Jahr 2011 fertiggestellt werden. Die einzelnen Module werden (hauptsächlich vom Space Shuttle) in den Weltraum gebracht und in der Umlaufbahn zusammenmontiert. Das erste Bauteil wurde bereits 1998 von den Russen ins All transportiert. Weitere Teile folgten in regelmäßigen Abständen.  Schon jetzt ist die ISS das größte künstliche Objekt, das jemals die Erde umkurvt hat. Nichtsdestotrotz, verglichen mit den majestätischen Raumschiffen aus Kubricks SF-Meisterwerk 2001-Odyssee im Weltraum wirkt die teuerste Konstruktion der Menschheit dann aber doch irgendwie mickrig.