DER HINDENBURG-ABSTURZ

Nur wenige Unglücke haben im letzten Jahrhundert die Menschen mehr bewegt als der Absturz des Zeppelins HINDENBURG. Mit ein Grund dafür war sicherlich, dass die letzten Momente der Katastrophe auf Film festgehalten wurden und in den folgenden Jahrzehnten immer und immer wieder gezeigt wurden. Auch wenn der Hergang des Unglücks ebenso wie die Geschichte des Luftschiffs gut dokumentiert ist, gibt es immer noch eine Reihe von interessanten Fakten, von denen die  Wenigsten bislang gehört haben.
Hier sind 10 wenig bekannte Fakten über den Absturz der HINDENBURG.

10. DIE MEISTEN PASSAGIERE HABEN ÜBERLEBT
Es ist ein weitverbreiteter Glaube, das alle Passagiere des Zeppelins bei dem Absturz  am 6. Mai 1937 in Lakehurst uns Leben kamen. An Bord waren insgesamt 92 Menschen, von denen 36 in den Flammen starben. Zu den Opfern zählten 13 Passagiere und 22 Crew-Mitglieder sowie ein Mitglied der Bodenmannschaft. In Sicherheit bringen konnten sich insgesamt 62 Insassen, zumeist durch einen Sprung aus dem Luftschiff kurz vor dem Aufprall.

 

9. ES WAR NICHT DAS SCHWESTE ZEPPELIN-UNGLÜCK
Der Absturz der HINDENBURG ist wohl das berühmteste Unglück in der Luftschiff-Geschichte, aber nicht das schwerste.  Drei Jahre vor der Katastrophe von Lakehurst geriet ein Zeppelin der US Navy, die USS Akron, an der Küste von New Jersey in einen schweren Sturm geriet und havarierte. Bei dem Unglück starben 73 Menschen, es gab nur drei Überlebende. Auch der Absturz des britischen Militär-Zeppelins  R101
forderte 48 Toten mehr Opfer als die HINDENBURG-Katastrophe.

 

8. ES GAB KEINE LIVE-RADIOREPORTAGE
Die Dramatik der Filmaufnahmen, die den Absturz der zeigen, wird noch gesteigert durch die ergreifende Stimme des Reporters Herbert Morrison. Der Reporter war zwar live vor Ort, aber sein Bericht wurde nicht live übertragen, sondern nur aufgezeichnet. Erst am Tag nach dem Unglück sendeten alle Stationen landesweit seine bewegenden Worte.

 

7. GESETZE ERHÖHTEN DAS UNFALL-RISIKO
Spätestens seit dem Absturz des britischen Zeppelins R101 wusste der HINDENBURG-Konstrukteur Hugo Eckener, dass Wasserstoff  als Füllgas erhebliche Risiken barg. Eckener wollte  schwerer entzündbares Helium einsetzen, doch hatten die USA, die damals das Monopol auf Helium besaßen, ein Exportverbot erlassen. Man befürchtete, andere Nationen könnten das Gas für Kriegszwecke nutzen. Aus diesem Grund wurde die HINDENBURG weiterhin mit Wasserstoff betrieben. Erst nach dem Unglück erlaubten die USA vorübergehend die Ausfuhr von Helium für die zivile Nutzung.

 

6. DIE HINDENBURG HATTE EIN RAUCHERZIMMER
Obwohl die HINDENBRURG fast 200.000 Kubikmeter leicht entzündbaren Wasserstoff mit sich führte, besaß das Luftschiff eine Raucher Lounge. Passagieren und Besatzung war es zwar streng verboten, Streichhölzer  oder Feuerzeuge mit an Bord zu nehmen, aber in einem druckdichten Raum wurden Zigaretten und Zigarren angeboten.  Die Lounge konnte man nur durch eine speziell gesicherte Doppeltür betreten. Außerdem wurde peinlich genau darauf geachtet, dass kein Passagier mit einer brennenden Zigarette die Lounge verließ.

 

5. DAS KLAVIER AUS ALUMINIUM
Um den Passagieren größtmöglichen Luxus zu bieten, befand sich auf den ersten Fahrten des Zeppelins ein eigens konstruiertes Klavier an Bord. Da traditionelle Pianos zu schwer gewesen wären, wurdie die Klavierbauer-Firma Bühler beauftragt, ein besonders leichtes Modell zu fertigen. Das Bühler-Klavier bestand weitgehend aus Aluminium und war mit gelbem Schweinsleder bezogen. Nach späteren Umbauten des Luftschiffs wurde das Piano wieder entfernt, bei der letzten Fahrt der HINDENBURG war es nicht mehr an Bord.

 

4. PROPAGANDA FÜR DIE NAZIS
Obwohl die HINDENBURG vor Machtergreifung der Nazis in Dienst gestellt wurde, vereinnahmte das Dritte Reich das imposante Luftschiff sofort für ihre Propagandazwecke.
Schon im März 1936 wurde der Zeppelin auf große Deutschlandfahrt geschickt und warb für die Rückführung des Rheinlands. Aus eigens montierten Lautsprechern schallten Marschmusik und Hitlerreden.
Auch bei die Olympischen Spielen in Berlin  kam das mit Hakenkreuzen dekorierte Luftschiff zum Einsatz, so dass es mehr und mehr zum Symbol der Nazi-Herrschaft wurde. Deshalb ranken sich um den Absturz bis heute Gerüchte, für das Inferno wäre Sabotage von Nazi-Gegnern  verantwortlich. Echte Hinweise, oder gar Beweise dafür, haben sich jedoch nie finden lassen.

 

3. POST VOM ABSTURZ WURDE ZUGESTELLT
Auf ihrer letzten Fahrt hatte die HINDENBURG etwa 17.000 Postsendungen mit am Bord. Die allermeisten davon verbrannten zusammen mit dem Luftschiff. 176 Briefe jedoch überstanden in einem feuerfesten Behälter den Absturz fast unversehrt.  Sie wurden  frankiert und vier Tage nach dem Desaster ihren Empfängern zugestellt. Heute gelten diese Briefe unter Philatelisten als ganz besonders wertvolle Sammlerstücke.

 

2. HITLER STATT HINDENBURG
Immer wieder hatte Propaganda-Minister Joseph Goebbels darauf gedrungen, dem Luftschiff den Namen Adolf Hitlers zu geben. Erbauer Eckener war jedoch kein Anhänger der Nazis und ignorierte den Wunsch von Goebbels. Hitler, selbst nie sonderlich von der Luftschifffahrt begeistert, soll sich nach dem Absturz von Lakehurst sehr erleichtert gezeigt haben, dass der Zeppelin nicht seinen Namen getragen hatte.

 

1. DAS ENDE DER ZEPPELINE
Lakehurst steht für das Ende einer  Ära, für das Ende der Luftschifffahrt.
Das Schwesternschiff der HINDENBURG  kam nie mehr zu nennenswerten Einsätzen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die noch verbliebenen Zeppeline abgewrackt. Eine wichtige Rolle im modernen Luftverkehr sollten sie nie wieder spielen.